Prof. Dr. Fritz Baade (1893-1974) anısına 12 Kasım 2013 tarihinde "The Kiel Institute for the World Economy" adlı enstitünün evsahipliğinde düzenlenen toplantıda yapılan konuşma

Mehmet Fatih Ak 12.11.2013
Sehr verehrter Herr Weber, sehr geehrte Herren Prof. Dr. Hagemann und Dr. Hoffmeyer,
verehrte Mitglieder des Wirtschaftswissenschaftlichen Clubs, sehr geehrte Damen und Herren,
ich danke für die Einladung des Wirtschaftswissenschaftlichen Clubs zur heutigen Veranstaltung, welche im Zeichen der Ehrung des 1. Präsidenten des Kieler Institutes für Weltwirtschaft nach dem 2. Weltkrieg steht. Ich bin der Einladung gern gefolgt, dies nicht nur wegen Fritz Baades Verbindung zu meinem Land, sondern auch weil er ein wissenschaftlich und politisch so äußerst engagierter Mann gewesen ist.
Verehrte Damen und Herren,
bei der seit Jahrhunderten bestehenden deutsch-türkischen Freundschaft handelt es sich um eine historisch gewachsene Freundschaft. Diese begann mit Allianzen, die bereits zu osmanischer Zeit geschlossen wurden, setzt sich über die Zusammenarbeit in UN, OECD, Europarat, NATO etc. fort und wird hoffentlich in einer EU-Vollmitgliedschaft münden. Neben diesen Verträgen aber sind es immer die zwischenmenschlichen Beziehungen, die solch eine Freundschaft tragen. Sie denken nun sicherlich als Erstes an die türkischen Gastarbeiter und ihre Migration, welche sie ab 1961 nach Deutschland führte. Es gab aber schon zuvor eine Migrationsbewegung und das war diejenige, um die es mir heute bei Fritz Baade gehen soll, nämlich die Emigration während des NS-Regimes, mittels derer viele Deutsche ihr Leben, Heil und Zuflucht in der Türkei suchten.
Einer von ihnen war Fritz Baade. Er emigrierte zweiundvierzigjährig 1935 in die Türkei und verblieb dort für mehr als 10 Jahre, nämlich bis 1946. In den Jahren 1935 bis 39 diente er der türkischen Regierung in Ankara als Berater für Fragen der landwirtschaftlichen Marktorganisation. Schon damals ging fast die Hälfte aller Exporte, besonders waren dies Agrarprodukte, nach Deutschland. Gleich in seinem Ankunftsjahr sorgte Baade dafür, dass auch Fritz Reuter, der spätere Regierende Bürgermeister von Berlin, mit welchem er in Kontakt stand, ebenfalls eine Anstellung bei der türkischen Regierung bekam, ab 1935 zunächst im türkischen Wirtschaftsministerium, ab 39 im Verkehrsministerium. Auch Baade wechselte 1939 Arbeitsplatz und Wirkungsstätte, indem er als privater Wirtschaftsberater von Ankara nach Istanbul ging.
Meine Damen und Herren,
eines muss ich festhalten: die Türkei hat in diesen Jahren, die für die Deutschen Schicksalsjahre waren, auf allen Gebieten sehr von dem know-how der Exilanten profitieren und die durch Atatürk 1923 begonnene Ausrichtung der Türkei gen Westen wesentlich vorangetreiben können.
Mit Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen der Türkei und dem Deutschen Reich in den Jahren zwischen 1944 und 46 wurden die deutschen Emigranten, die nicht ins Reich zurückkehren wollten oder konnten, angewiesen, sich in einer der drei türkischen Städte Kırşehir, Çorum oder Yozgat aufzuhalten. In diesen Städten samt Umgebung war ihnen eine freie Tagesgestaltung möglich. Baade hielt sich in Kırşehir auf, einer Stadt ca. 150 km südöstlich von Ankara, und auch dort nutzte er seine Zeit. Gemeinsam mit dem Geologen Wege entdeckte er dort die seit der Antike bekannte, damals aber fast versiegte Heilquelle, welcher die Stadt noch heute ihren Status als Heilkurort verdankt - nachdem nämlich Wege und Baade diese wieder aktivieren konnten.
1946 zog Baade als Publizist von der Türkei aus weiter in die USA. 1948 folgte er dem Ruf als Ordinarius und Direktor des Institutes für Weltwirtschaft in Kiel und kehrte damit nach Deutschland zurück.
Im Jahre 1959 wurde Prof. Dr. Fritz Baade zum Ehrenbürger der türkischen Stadt Kırşehir ernannt.
1966 wurde Baade zum Ehren-/Honorargeneralkonsul der Republik Türkei in Kiel ernannt, ein Ehrenamt, von dem wir hoffen, dass es nach Jahrzehnten der Vakanz in Zukunft wieder besetzt werden wird können.
Weiter engagierte sich Baade neben all seinen zahlreichen Funktionen hier in der Stadt ebenfalls als Vorsitzender der damaligen Kieler Deutsch-Türkischen Gesellschaft und ich möchte ihm hiermit posthum für seinen Einsatz danken. Ich bin glücklich, dass wir auch heute immer zuverlässige Unterstützung durch diese Nichtregierungsorganisationen hier in der Landeshauptstadt erfahren.
Zum Ende kommend beglückwünsche ich das Kieler Institut für Weltwirtschaft als das älteste Wirtschaftsforschungsinstitut Deutschlands zu seinen nun fast 100 Jahren des Bestehens und wünsche ihm sowie dem Wirtschaftswissenschaftlichen Club für die Zukunft alles Gute.
Vielen Dank!

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